Stemweder feiern mit Flüchtlingen

Erstellt am 08.06.2016

Flüchtlingsbetreuerin Waltraud Holtkamp vom Verein JKF kümmert sich sehr um die Zuwanderer in Stemwede. Hier, beim Fest in Wehdem, lässt sie sich von Huda Al Janabi zeigen, wie mit einem Faden kleine Härchen entfernt werden.

Stemwede(WB). Im Sommer 2015 entschied sich Farhod Ernatov, sein Heimatland Tadschikistan (Anm. der Red.: geografisch neben Afghanistan gelegen) für immer zu verlassen. Sein Ziel: Deutschland. Heute, etwa zehn Monate später, lebt er mit seiner Frau und den vier Kindern in Levern.

Familie Ernatov ist eine von mehreren Stemweder Flüchtlingsfamilien, die am internationalen Fest des Vereins für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) teilgenommen haben. Das Motto der Feier: »Eine Gemeinde – viele Kulturen«. Obwohl die Ernatovs nicht aus den Krisengebieten Syrien oder Irak kommen, sind sie froh, nicht mehr in Tadschikistan leben zu müssen. »Der Grund für unsere Flucht war die politische Verfolgung in meinem Land«, erzählt der Familienvater in sehr gutem Deutsch.

Ab dem Sommer werden seine Söhne Benjamen und Mehoubon die Schule und die Kindertagesstätte besuchen. In Stemwede fühlt sich Familie Ernatov sehr wohl. Lediglich die Busse könnten etwas häufiger fahren, findet Ernatov. Für die Zukunft wünscht sich der Tadschike, einen Führerschein machen zu können und eine Arbeitsstelle zu finden.

Drei Menschen, die die Lebensgeschichte von nahezu jedem Stemweder Flüchtling kennen, sind Waltraud Holtkamp, Dariusch Bar und Andrea Herrmann. Sie arbeiten für den JFK je 15 Stunden pro Woche in der Flüchtlingsbetreuung und engagieren sich im Arbeitskreis Asyl. Ihre Entlohnung übernimmt die Gemeinde Stemwede. »Wir wollen mit diesem Fest Menschen zusammenbringen. Es ist eine schöne Möglichkeit, unterschiedliche Kulturen kennen zu lernen«, erklärt Waltraud Holtkamp.

Froh sind die drei Flüchtlingsbetreuer, dass weder sie noch die Zuwanderer wegen ihrer Arbeit Anfeindungen ausgesetzt waren. »Mir wurde durchaus zugetragen, dass manche Menschen angeblich gegen unsere Arbeit sein sollen. Mich persönlich hat aber noch niemand diesbezüglich angesprochen«, sagt Holtkamp der STEMWEDER ZEITUNG.

Text und Foto: Anna-Lena Wehbrink, Westfalen-Blatt von Dienstag, dem 7. Juni 2016

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